Kanzleiakten Wilhelm Rosenzweig
Wilhelm Rosenzweig wurde am 27. November 1908 in Monasterzyska (Monastyryska)/Galizien (heutige Ukraine) geboren. Er studierte in Wien, wurde schon früh Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und flüchtete 1938 nach England. Dort schloss er sich mehreren Vereinigungen exilierter Österreicher:innen an, u. a. dem Austrian Labour Club, dem Free Austrian Movement und dem London Bureau of the Austrian Socialists in Great Britain. Im Jahre 1944 verfasste er mit Karl Czernetz und Oscar Pollak die Broschüre „Die zweite Republik Österreich“. Bereits vor den Novemberwahlen 1945 konnte er zusammen mit einer Gruppe von Sozialist:innen nach Österreich zurückkehren. Seither war er als Rechtsanwalt für die SPÖ, die Arbeiter-Zeitung bis zu deren Einstellung 1989 sowie für andere Zeitungen und Zeitschriften der SPÖ und der Gewerkschaft tätig. Von 1946 bis 1964 war er Geschäftsführender Obmann des Bundes Sozialistischer Akademiker. Im Jahre 1954 wurde er Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofes, dem er von 1958 bis 1978 als Mitglied angehörte.
Rosenzweigs Tätigkeit als Anwalt begann im Jänner 1946 und endete mit der Einstellung der Arbeiter-Zeitung im Jahre 1989. In Rosenzweigs Kanzlei waren mehrere später bekannte Anwälte als Konzipienten tätig. Ab 1982 war Dr. Otto Dietrich Rosenzweigs Kanzleipartner.
Akten und sonstige Archivalien aus der Kanzlei Rosenzweig wurden dem VGA 1992 übergeben. [Die Mappen 9–11, Karton 2 („Gerichtsfälle Richard Kurfürst“) wurden 2023 aus dem VGA-Teilbestand „Archiv Arbeiter-Zeitung“, Ordner AZ 68, ausgegliedert und ebenfalls in den Bestand Rosenzweig aufgenommen.]
Beim überwiegenden Teil der Akten handelt es sich um presserechtliche Verfahren der Arbeiter-Zeitung, der Welt am Montag sowie der Weltpresse. Die beiden letztgenannten Blätter wurden in einem Verzeichnis chronologisch zusammengefasst. Presserechtliche Verfahren gibt es auch unter den Überschriften Burgenland, ÖGB-Presse, Sozialistische Korrespondenz und Die Zukunft.
Die Verfahren sind unterteilt in Klagen gegen die jeweilige Zeitung bzw. Zeitschrift, Entgegnungsbegehren, die außergerichtlich beigelegt wurden, und Klagen durch die jeweilige Zeitung bzw. Zeitschrift gegen andere. Auch in den Mappen „SPÖ“ finden sich Klagen gegen Zeitungen bzw. Zeitschriften, aber auch z. B. Verfahren im Zusammenhang mit der Restitution von Parteilokalen.
Anmerkung zur Benutzung: Die Akten sind chronologisch nach dem Anlass, meistens dem Datum des inkriminierten Artikels, geordnet. Dieser liegt zuunterst in den jeweiligen Mappen. Innerhalb eines Verfahrens sind die Akten also von unten nach oben zu lesen. In jedem Karton liegt ein Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Mappen.
Der Bestand wurde 2022/23 von Veronika Kaiser bearbeitet.
Umfang: 165 Mappen in 30 Kartons (pdf)
