- Workshop: Benedikt Kautsky, 11.05.2026
- Lange Nacht der Forschung, 24.04.2026
- Führung: Mit der Waffe für die Republik, 17.06.2025
- Präsentation und Diskussion
- United Workers: Work Around the Clock
- Diskussion: Konkrete Utopien, 05.06.2025
- 4. Historischer Salon, 27.05.2025
- Vortrag: Karajan, Böhm, Furtwängler und der Nationalsozialismus: Verschweigen und Verdrängen, 07.05.2025
- 3. Historischer Salon, 31.03.2025
- Führung: Die Unzufriedenen, 25. und 31.03.2025
- Vortrag: Die Migrationen von Paula Wallisch, 27.02.2025
- Buchpräsentation: Austrofaschismus und Februarkämpfe, 19.02.2025
- Symposium: Paul Martin Neurath, 19.-20.11.2024
- Buchpräsentation: 100 Jahre Otto Bauers „Der Kampf um Wald um Weide“, 02.10.2024
- Buchpräsentation: Turbo-Kapitalismus, Klimakrise, Ungleichheit, 29.09.2024
- Buchpräsentation: Wilhelm Ellenbogen, 23.05.2023
- 1848 DIE VERGESSENE REVOLUTION
- Buchpräsentation: FASCHISMUS
- Ausstellung DAS ROTE WIEN 1919-1934
- Victor Adler - Meine Wege
- Zu Besuch im Renner-Museum
- Symposion: Die junge Republik. Österreich 1918/19
- Zeit.Gespräche
- Soziale Rechte und Demokratie in Europa
- ES IST EIN GUTES LAND
- Symposium 14.-15. November 2016
- Victor Adler-Preis 2021
- 35 Jahre Victor Adler-Staatspreis
- Victor Adler-Staatspreis 2017
- Präsentation Rosa Jochmann Website
- 12. & 13. Februar 2009: Symposion 50 Jahre VGA
Benedikt Kautsky. Politische und wissenschaftliche Biografie
Montag, 11.05.2026
Ort: Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung
1050 Wien, Rechte Wienzeile 97, Bibliothek, 1. Stock
Wegen begrenzter Platzkapazitäten ersuchen wir um Anmeldung unter office@vga.at.
Im Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA) liegt der Nachlass von Benedikt Kautsky (1894–1960), dem jüngsten Sohn von Luise und Karl Kautsky. Kautsky zählte als Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Arbeiterkammer (1921–1938) und als politischer Autor, der sieben Jahre KZ-Haft, u. a. in Dachau, Buchenwald und Auschwitz/Monowitz überlebte und nach der Befreiung in seinem Buch „Teufel und Verdammte“ soziologisch bearbeitete, zu den führenden Intellektuellen der österreichischen Sozialdemokratie seiner Zeit. Ab 1945 war er nach kurzer Mitarbeit in der Thüringischen Landesbibliothek als Journalist in der Schweiz tätig, 1950 kehrte er nach Österreich zurück, wo er Leiter der Otto Möbes-Schule der Grazer Arbeiterkammer wurde. Er wirkte als Universitätsdozent und ab 1957 als stellvertretender Generaldirektor der Creditanstalt. 1958 war er federführend an der Neufassung des SPÖ-Parteiprogramms beteiligt.
Der Nachlass, der 2025 neu geordnet und vollständig erschlossen wurde, umfasst persönliche Dokumente, Notizen, Artikel, Buchentwürfe, Aufsätze und Vorträge, Materialien und Korrespondenzen zu Kautskys Haft in Konzentrationslagern und zur Nachkriegsgerichtsbarkeit gegen NS-Verbrecher:innen, berufliche Korrespondenzen und Unterlagen zur SPÖ-Programmdiskussion 1957/58. Ebenso enthalten sind Materialien und Korrespondenzen seines Vaters, des sozialdemokratischen Theoretikers Karl Kautsky, Aufsätze seiner Ehefrau Gerda Kautsky sowie Dokumente und Korrespondenzen zu weiteren Familienangehörigen.
In den letzten Jahren ist ein neues Interesse an der politischen und wissenschaftlichen Biografie von Benedikt Kautsky zu bemerken. Der Workshop nimmt dies zum Anlass, die Quellen zu Kautsky gemeinsam zu diskutieren, aktuelle Arbeiten zu seiner Person vorzustellen und die beteiligten Forscher:innen zu vernetzen. Die Ergebnisse des Workshops werden Ende 2026 in der Zeitschrift VGA Dokumentation veröffentlicht.
Der Workshop ist als gemeinsame Veranstaltung mehrerer wissenschaftlicher Einrichtungen und Archive konzipiert, die in ihren Beständen und der jeweiligen forscherischen Praxis wichtige Bezugspunkte zu Benedikt Kautsky vereinen, darunter VGA, Institut für historische Sozialforschung, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Schweizerisches Sozialarchiv.
Koordination und Organisation: Priv. Doz. Dr. Georg Spitaler, Julia Tyll-Schranz, BA BA MA (VGA)
Programm:
09.00–09.10: Begrüßung
09.10–09.40: Georg Spitaler/Julia Tyll-Schranz (VGA): Der Nachlass von Benedikt Kautsky im Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung. Funde und Leerstellen
09.40–10.10: Florian Wenninger (Institut für historische Sozialforschung): Benedikt Kautsky. Pragmatiker – Überlebender – Einzelgänger
10.10–10.40: Berthold Molden (Universität Wien): Kautsky, Hayek und die Gründung des Österreichischen Instituts für Konjunkturforschung. Wirtschaftswissenschaft als politisches Feld in der Zwischenkriegszeit
10.40–11.10: Kaffeepause
11.10–11.55: Christian Fleck (Karl-Franzens-Universität Graz)/Andreas Kranebitter (DÖW): Welche Schlüsse zog Benedikt Kautsky aus seiner siebenjährigen KZ-Haft?
11.55–12.25: Dieter Hecht (ÖAW): Benedikt Kautsky und die Rückkehr vertriebener jüdischer Sozialist:innen und KZ-Opfer nach Österreich
12.25–13.30: Mittagspause (Buffet)
13.30–14.00: Paul Kahl (Erfurt): Benedikt Kautsky und die Weimarer Bibliothek. Zur Restitution von Büchern aus sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Beständen
14.00–14.30: Christian Koller (Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich): Zwischen Buchenwald und Graz: Benedikt Kautskys Aufenthalt und Publikationen in der Schweiz, 1945–1950
14.30–15.00: Karin Scaria-Braunstein (Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich): „Lediglich auf dem Gebiete der Sozialpolitik“ – der Habilitationsakt Benedikt Kautsky
15.00–15.25: Kaffeepause
15.25–15.55: David Mayer (Universität Wien): Unerwarteter Rand? Benedikt Kautsky und die wirtschaftspolitischen Diskussionen in der österreichischen Arbeiter:innenbewegung in der Nachkriegszeit
15.55–16.25: Paul Dvořak (Institut für historische Sozialforschung): Benedikt Kautskys Rolle beim SPÖ-Parteiprogramm 1958
16.25–16.55: Resümee und Ausblick
18.30: Gemeinsames Abendessen
